Losæter: Urbane Landwirtschaft in Oslo

Urbane Landwirtschaft auf dem Hof Losæter

"Man ein ganzes Dorf ..."

Am Rand der Osloer Innenstadt, wo der Fluss Alna in den Fjord mündet, liegt ein Gebiet, das Bjørvika genannt wird. 2013 errichteten Future Farmers gemeinsam mit Flatbread Society ein temporäres Backhaus für öffentliche Veranstaltungen im Zusammenhang mit Kunst und urbaner Nahrungsmittelproduktion. 50 Bauern aus ganz Norwegen transportierten Boden auf das Gelände, das der Anfang eines „kulturellen Kornfelds“ wurde. An diesem Tag erhielt Losæter, Oslos erster Stadtbauernhof, seinen Namen.

Auch die Kinder helfen mit
Auch die Kinder helfen mit
Photo: Losæter

Heute sind rund 400 Leute aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft am Losæter-Projekt beteiligt. Studenten, Kräuterexperten, Imker, Bäcker, Bauern und Freiwillige aller Art tragen dazu bei, eine besondere Gemeinschaft entstehen zu lassen.

Bei einem Gang über das Gelände können Sie sehen, dass fast alle Flächen genutzt werden. Es gibt Pflanzkästen mit üppigem Gemüse, Kräutern und Blumen, Hühner, Bienenkörbe, ein Backhaus und am Fuß des Hügels einen Gemeinschaftsbereich für Zusammenkünfte.

Backhaus
Backhaus
Photo: Losæter

Losæter wird von einem Landwirt im Vollerwerb, Andreas Capjon, bewirtschaftet. Durch seine Leidenschaft und Hingabe sowie den Wunsch, sein Wissen weiterzuvermitteln, wächst und gedeiht es auf dem Stadtbauernhof, und es ist eine unterstützende Gemeinschaft entstanden. „Landwirtschaft in der Stadt ist anders, da müssen alle helfen, und alle müssen mit anpacken“, erklärt Anders.

In den Sommermonaten ist jeden Mittwochabend beim gemeinsamen Abendessen jeder willkommen. Man trifft sich um 17.00 Uhr zur Gemüseernte, und dann wird das Essen zubereitet. Jeder macht mit. Andreas möchte, dass durch dieses Stück Land eine Gemeinschaft entsteht.

Unterhalb des Backhauses gibt es Hühner
Unterhalb des Backhauses gibt es Hühner
Photo: Losæter

Und genau das ist möglich, indem die Leute zum Ernten, Zubereiten und Essen zusammenkommen. „Wir möchten, dass die Leute kommen und das fühlen“, sagt er. Es geht nicht nur um Anwesenheit sondern darum, ein Teil des gesamten Ablaufs zu sein und einen Bezug zu Nahrungsmitteln und den anderen Projektbeteiligten zu bekommen.

Die gemeinsamen Abendessen auf dem Hof Losæter sind ein Erfolg. Jede Woche kommen 20-90 Leute um daran teilzunehmen. Am Ende des Abends kann man einen kleinen Betrag zum Einkauf von notwendigen Zutaten wie Butter, Öl oder Meersalz spenden.

Unterhalb des Backhauses gibt es einen kleinen Schuppen, Tische, einen Freiluftofen und Hühner.

Jeder macht irgendwo mit
Jeder macht irgendwo mit
Photo: Losæter


Jeder macht irgendwo mit: Blüten und Kräuter für Salate pflücken, frisch geerntetes Gemüse schneiden oder Kartoffeln und Rüben auf dem Herd kochen. Die Hühner laufen in ihrem Gehege herum und knabbern an den abgeschnittenen Gemüseresten.

Freunde und Fremde kommen ins Gespräch. Auch die Kinder helfen mit und spielen zwischendrin auf dem Hofgelände. Wer möchte, kann zusätzliches Essen und Getränke mitbringen.

Jeder ist hier willkommen. Sie müssen keine Kenntnisse über Nahrungsmittel oder Landwirtschaft haben. Es ist der perfekte Ort, Gast, Freiwilliger oder Student zu sein, denn hier gibt es eine Menge zu lernen.

Urbane Landwirtschaft auf dem Hof Losæter
Urbane Landwirtschaft auf dem Hof Losæter
Photo: Losæter

Ein typisches gemeinsames Essen mittwochabends auf Losæter besteht aus leckeren Salaten mit gemischtem Gemüse aus dem Garten, garniert mit frischen Blüten, mit schmackhaften Vinaigretten, rohem und gekochtem Gemüse, sautierten Kräutern, verschiedenen Käsesorten, Brot und geräucherten Fleischwaren aus der Region.

Nach etwa einer Stunde, je nachdem, wie viele Leute gekommen sind, wird zum Essen gerufen. Die Leute stellen sich in einer Reihe an, füllen ihre Teller und setzen sich an einen der zwei langen Tische. Wenige Minuten nach Beginn der Mahlzeit heißt Andreas alle willkommen. Vor dem Essen wird auf einer der Bänke eine Geschirrspülstation aufgebaut. Jeder Teil des Essens ist durchdacht und gut organisiert.

Auch außerhalb dieser Abendessen gibt es immer etwas zu tun. Wer mitmacht und mehr Zeit auf Losæter verbringt, wird mehr Verständnis für den Anbau von Nahrungsmitteln entwickeln.

Um dieses Projekts am Laufen zu halten, braucht man ein Dorf. Dank der engagierten Gemeinschaft, die das Projekt unterstützt, ist es ein großer Erfolg geworden. Mit zunehmendem Interesse in Oslo werden in der Stadt überall urbane Gärten entstehen.


Autorin: Megan Guertner

Urbane Landwirtschaft auf dem Hof Losæter Losæter, Oslos erster Stadtbauernhof
Urbane Landwirtschaft auf dem Hof Losæter Losæter, Oslos erster Stadtbauernhof
Photo: Losæter
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