Oslos Abenteuerinsel
Auf Bygdøy von der Fähre zu steigen, fühlt sich an, als würde man in eine eigene Welt eintauchen. Rehe springen im Wald herum und königliche Kühe grasen auf den Feldern. Die kleine Halbinsel steckt voller unentdeckter Schätze und schöner Überraschungen für große und kleine Abenteurer*innen.
Für Osloer*innen gilt Bygdøy als Sommerparadies. Wir chillen am meistbesuchten Badestrand der Stadt – auf Huk und in der bezaubernden Paradisbukta (Paradiesbucht), doch nicht allen ist klar, welche Schätze und versteckten Juwelen sich in der Umgebung noch verstecken.
Zwischen fantastischen Villen und majestätischen Alleen verbergen sich spannende Museen mit ganz einzigartigen Erinnerungen und Geschichten aus der Vergangenheit. Werde zum/zur Polarforscher*in und besteig ein echtes Expeditionsschiff, reis in die Vergangenheit oder unternimm ganz nach Lust und Laune eine unvergessliche Sommerkreuzfahrt auf dem Fjord. Auch für eine Entdeckungsreise im Lustschloss mitten im Wald oder eine Reitstunde steht hier alles für dich bereit.
Pack Karte und Kompass ein und erforsch die Abenteuerinsel!
Folge dem Fjord aus dem Zentrum heraus
Der Weg nach Bygdøy gilt als Erlebnis für sich: Im Sommer kannst du deinen Tag auf der Fähre Bygdøyferga beginnen, indem du an den Anlegestellen bei Rådhusplassen zusteigst.
Wenn du außerhalb der Hauptsaison in der Stadt bist, empfehlen wir dir als gute Alternative den Bus Nr. 30. Er fährt sechsmal pro Stunde und bringt dich an der Oper und den eleganten Gebäuden im Stadtteil Frogner vorbei auf dem Weg zu Bygdøy.
Tipps für Neulinge: Mit dem Leihfahrrad (Bysykkel) nach Bygdøy zu fahren wird dir sicher gefallen, folge einfach dem Fjord aus dem Zentrum raus.
Tierfreuden im Kongsgården
Umgeben von grünen Weiden liegt der Bauernhof Kongsgården wie ein Juwel im Volksgarten des Königs. Wie fändest du es, das Abenteuer hier zu beginnen? Bygdø Kongsgård ist Oslos größter Bio-Milchproduzent. Das Norwegische Volksmuseum betreibt den Hof.
Hier kannst du die Ruhe eines Stalls erleben, eine Reitstunde nehmen und das kanadische Minischwein Nella begrüßen, das Groß und Klein gleichermaßen entzückt. Du darfst sogar eine Henne streicheln und ihr Ei in der Hand halten.
Der Hof beherbergt 13 Ponys und im Stall halten sich glückliche Kühe auf, die sich frei bewegen können. Dies ist ein großartiger Ort, um Kindern beizubringen, woher Lebensmittel kommen und wie Tiere gut behandelt werden.
Am ersten Sonntag im Mai wird im ganzen Hof Hornmusik gespielt, denn es heißt Bühne frei für das größte Ereignis des Jahres: "Kuslippet" – hierbei werden die frühlingsfreudigen Kühe auf die Weide gelassen. Im Sommer ist es möglich, eine Familienbesichtigung zu buchen.
Übrigens: Seine Majestät der König verfügt ja über das Hauptgebäude, was den Besuch in Kongsgården noch spannender macht. Vielleicht beobachtet er euch von da oben aus dem Fenster?
Königliche Tour durch Schloss Oscarshall
Vom rustikalen Fußweg aus, auf dem dir ab und zu ein Radfahrer und ein Reh begegnen, kannst du durch den Wald das schöne Schloss Oscarshall erblicken. Umgeben von Feldern, Bäumen und Vogelgezwitscher auf der einen Seite und dem Fjord auf der anderen rundet es dein Abenteuergefühl ideal ab.
Das Lustschloss wurde zwischen 1847 und 1852 im Auftrag von König Oscar erbaut und ist eines der wichtigsten nationalromantischen Denkmäler Norwegens. Du kannst an einer Führung durch die royale Umgebung teilnehmen und durch den romantischen Park spazieren, der sich bis ganz unten zum Meer erstreckt.
Im Park stehen ein Pavillon und eine Freilichtbühne zur Verfügung, und mit etwas Glück erwischt du gerade eine Aufführung mit Musik, Tanz und Theater.
Psst – von Oscarshall sind es nur neun Minuten zu Fuß zum Rohdeløkken Café aus dem Jahr 1873. Das Restaurant ist nach dem früheren Besitzer, Generalkonsul Ernst Rohde, benannt, der einer der engsten Vertrauten des Königs war. Eine kleine, gut versteckte Oase unten am Meer.
Ein geheimer Garten im Gartneriet
Apropos Essen und versteckte Schätze – warst du schon im Gartneriet? Dieser Veranstaltungsort ist definitiv einen Besuch wert.
Das Licht und die Düfte hier drinnen können nur als himmlisch beschrieben werden, außerdem ist die Gartneriet energieautark und zu 100% biologisch. Was in der Küche landet, stammt von Kongsgården – wenn es nicht gerade direkt über dem Tisch angebaut wird, an dem du sitzt.
Gartneriet wurde im August 2019 eröffnet und verfügt über eine kreative und verspielte Küche, in der die Speisekarte mehrmals wöchentlich wechselt. Und seien wir uns ehrlich: Ein Dessert aus Milch von einer königlichen Kuh ist ziemlich cool, oder?
Zeitreise im Folkemuseet
Als Kinder des Technologiezeitalters finden wir es besonders spannend zurückzuschauen, wie wir früher gelebt haben. Genau das wird uns im Norwegischen Volkskundemuseum ermöglicht! Als eines der größten und ältesten Freilichtmuseen der Welt zeigt das Volkskundemuseum das tägliche Leben in den Städten und auf dem Land Norwegens vom 16. Jahrhundert bis heute.
Durch die Jahrhunderte buchstäblich wandeln zu können, durch Türen in die Vergangenheit zu linsen und sich das Leben vorzustellen, das einst gelebt wurde, ist etwas ganz Besonderes. Im Innenhof stehen gemütliche alte Häuser aus dem ländlichen Norwegen, städtischere Gebäude befinden sich in den Quartiersgebäuden in der Altstadt des Museums. Ein echtes Juwel sticht hervor: die Stabkirche von Gol aus dem 13. Jahrhundert, die eine der größten Attraktionen des Museums ist. Tatsächlich beherbergt das Museum bis zu 160 Gebäude, jedes mit seiner eigenen besonderen Geschichte.
In einer Holzstube aus dem Numedal kannst du zusehen, wie traditionelle Fladen auf altmodische Art gebacken werden und die bekannten Lefse dann auch direkt vom Ofen weg probieren.
Der geöffnete Lebensmittelladen der Museumsstadt ist ebenfalls einen Besuch wert, denn die Kleinen können sowohl Abenteuer erleben als auch neue Freundschaften mit den Nutztieren in Trøndelagstunet knüpfen.
Mit etwas Glück bietet sich die Gelegenheit, die Tanzgruppe des Norwegischen Volksmuseums zu erleben, die Volkstanz in wunderschönen Setesdal-Trachten zu Live-Musik aufführt.
Schiff ahoi an der Bygdøynes
An der idyllischen Bygdøynes am Wasser gelegen, befinden sich drei Museen, die auf ihre eigene Weise wichtige Geschichten über Entdecker und das Leben auf den sieben Meeren erzählen. Wir empfehlen sowohl Meerjungfrauen als auch Landratten, alle drei zu besuchen!
Fang doch mit einer Polarexpedition an: Das Frammuseet präsentiert auf elegante Weise die historischen norwegischen Polarexpeditionen und die drei Polarforscher Fridtjof Nansen, Otto Sverdrup und Roald Amundsen. Schon beim Betreten des Museums bietet sich ein beeindruckender Anblick: Direkt vor dir steht das 39 Meter hohe Polarschiff Fram aus dem Jahr 1892.
Nicht nur der Anblick des Polarschiffs selbst ist beeindruckend, sondern auch die Tatsache, dass du das Schiff betreten darfst und mehr darüber erfährst, wie auf Polarexpeditionen gelebt wurde, in welchen Kabinen geschlafen und an welchem Tisch beim Abendessen gesessen wurde, ist absolut einzigartig. Über und um das Polarschiff herum wird ein 270-Grad-Film mit Soundeffekten gezeigt, also halte dich besser gut fest, wenn du bei Sturm an Deck bist!
Geh durch den Polarsimulator „The Dark Walk“, aber halte dich vor Eisbären und Matrosen mit Skorbut in Acht! Die Geschichten hier werden in zehn verschiedenen Sprachen mit Hilfe der vielen interaktiven Filmprojektoren des Museums erzählt. Nicht umsonst ging der Oscar der Museen (THEA Award) 2020 an das Frammuseet.
Die meisten Menschen haben bereits von Thor Heyerdahls weltberühmter Kon-Tiki-Expedition im Jahr 1947 gehört und vielleicht sogar den Film gesehen. Aber war dir klar, dass die originale Kon-Tiki-Flotte auf Bygdøy ausgestellt ist? Nicht verwunderlich also, dass das Kon-Tiki-Museum seit 1950 fast 20 Millionen Besucher zählt.
Das Museum erzählt nicht nur die Geschichte der Kon-Tiki-Reise. Auch Erinnerungen und Geschichten von vielen Reisen Heyerdahls leben hier auf: Von der ersten Reise nach Fatu Hiva bis hin zu den Expeditionen zu den Galápagos- und Osterinseln. In einem biografischen Abschnitt kannst du die Person Thor Heyerdahls näher kennenlernen und seine riesige Bibliothek besichtigen.
In der unteren Etage des Museums schwimmen Modelle von Haien und Fischarten, die unter der Kon-Tiki-Flotte lebten, und eine 30 Meter lange Höhle vermittelt einen Eindruck von der Atmosphäre auf der geheimnisvollen Osterinsel.
Direkt neben Fram und Kon-Tiki befindet sich das Norwegische Schifffahrtsmuseum (Norsk Maritimt Museum), das spannende Erlebnisse für Groß und Klein bietet, mit Ausstellungen im Innen- und Außenbereich. Im Innenraum ist mit dem Stokke-Boot das älteste Boot Norwegens ausgestellt, das etwa 2200 Jahre alt ist. Das Museum verfügt außerdem über ein Café und eine Terrasse mit schönem Fjordblick.
Und hier noch ein außergewöhnlicher Tipp für echte Entdecker*innen: Wie wäre es mit einer Fahrt mit dem Skonnerten Svanen von 1916? Dabei handelt es sich um den einzigen erhaltenen Dreimaster der norwegischen Handelsmarine, der dem Norwegischen Schifffahrtsmuseum 1973 geschenkt wurde. Inzwischen bietet er Sommerkreuzfahrten mit maritimen Aktivitäten an, sodass du Freunde und Familie auf eine unvergessliche Entdeckungsreise am Fjord mitnehmen kannst!
Melde dich für den Crashkurs in Kartenlesen und Navigation an oder hast du eher Lust auf waschechtes Schiffsessen oder willst lieber Garnelen und Wein an Bord genießen? Mach mit deiner Reservierung klar Schiff und lass das Abenteuer beginnen, du Landratte!
Wichtige Lektionen im Holocaustzentrum
Am Ende einer wunderschönen Allee liegt die Villa Grande, in der Vidkun Quisling während des Zweiten Weltkriegs wohnte. Hier befindet sich seit 2005 das Holocaustzentrum, das Zentrum für Holocaust-Studien und ihre Weltanschauung betreffende Minderheiten.
Jedes Mal sehenswert ist die Dauerausstellung zum Holocaust, in der die Geschichte des Schicksals der norwegischen Juden im Mittelpunkt steht. Das Zentrum beleuchtet auch andere Völkermorde und zeigt, wie relevant historische Ereignisse immer noch sind. Vielleicht nicht so erhebend, aber dennoch unendlich wichtig in turbulenten Zeiten wie diesen.
Das Café Villa Grande serviert leckeres Mittagessen, und im Garten des Holocauszentrums befindet sich eine imposante Außenterrasse mit Blick auf den Fjord. Der Garten wirkt mit seinem Vogelgezwitscher und alten Bänken wirklich bezaubernd nach so schwerer Kost. Hier kannst du die Stille und eine Kleinigkeit zu essen genießen, während dich die Sonnenstrahlen kitzeln, die zwischen den Bäumen durchdringen.
Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer…
… Reise (und danach!). Denn auf Bygdøy lassen sich auch zwischen den Attraktionen viele kleine und große Abenteuer erleben!
Plane den Tag auf Bygdøy
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