6 gute Gründe für einen Museumsbesuch
... und wieso Oslo der perfekte Ort dafür ist!
Verbindest du Museumsbesuche mit verstaubten Vitrinen und vorlauten Aufseher*innen, die dich für absolut alles zurechtweisen? Oder findest du Museen vielleicht anstrengend oder gar langweilig? Dann werden dich Oslos Museen vom Gegenteil überzeugen!
Egal ob du entspannen oder etwas Neues lernen willst: Hier sind sechs gute Gründe, in Oslo ins Museum zu gehen. Bei der großen Auswahl, die Oslo zu bieten hat, ist für wirklich alle etwas dabei.
Zur Ruhe kommen
In turbulenten Zeiten haben viele Menschen das Bedürfnis, den Kopf frei zu kriegen und sich eine Pause zu gönnen. Yoga und Selbsthilfebücher sind schön und gut, aber kannst du dir vorstellen, dass ein Museumsbesuch dasselbe bewirken kann? Hinter den Museumstüren warten ein paar Stunden mit stillen Räumen, viel Platz und Dingen, die nicht an deine Aufmerksamkeit appellieren, sondern leise zum Nachdenken anregen.
Ein Ort, der den Geist wirklich beruhigt, ist das Vigeland-Museum. In wunderschönen neoklassizistischen Räumen mit Oberlichtern und sanften Farben kommst du Vigelands philosophischer Kunstfertigkeit ganz nah.
Das Henie Onstad Kunstsenter heißt dich willkommen und freut sich, wenn du seine Kunstwerke genießt und durch seine Räume und Flure mit ansprechender Architektur der 60er Jahre spazierst. Verpass nicht die Installation Hymn of Life von Yayoi Kusama, die mit Spiegeln an Boden und Wänden einen Raum zur Reflexion schafft – im wahrsten Sinne des Wortes.
Wenn Kunst nichtso dein Ding ist, schau dir das Fram-Polarschiffmuseum an. Alleine auf dem Deck des stärksten Holzschiffs der Welt zu stehen, kann ein besonderes Gefühl für das isolierte Leben in der eisigen Einöde geben, das dich Nordlicht, knarrende Schiffsböden und den Geruch von Teer erahnen lässt. Danach siehst du deinen Alltag garantiert mit anderen Augen.
Spaß haben!
Wenn es dir im vorherigen Abschnitt ein bisschen zu ernst zuging, verlier bloß nicht den Humor: Es ist auch möglich, in ein Museum zu gehen, um mit Familie und Freunden Spaß zu haben.
Das Technische Museum ist mit seinen vielen Ecken und Kanten, Fahrzeugausstellungen, skurrilen Gadgets, Druckknöpfen und Mitmach-Exponaten ist ein weiterer toller Tipp für einen lustigen Museumstag.
Im Paradox Museum warten optische Täuschungen und deren wissenschaftliche Erklärungen auf dich. Bei über 70 verschiedenen Aktivitäten wird Langeweile unmöglich und deine Insta-Story vor Motiven platzen.
Inspiration finden
Das Wort "Museum" kommt vom griechischen mouseion, "Tempel der Musen", was natürlich kein Zufall ist. In Museen werden oft Geschichten über außergewöhnliche Menschen erzählt, die Außergewöhnliches geleistet oder erlebt haben – der perfekte Ort also, um sich inspirieren zu lassen!
Det Internasjonale Barnekunstmuseet (Das Internationale Museum für Kinderkunst) zeigt Kunst von Kindern aus 180 verschiedenen Ländern, von denen viele unter extrem schwierigen Bedingungen leben. Oft ein Turbo für die Kreativität!
Im Kon-Tiki Museum kannst du dich von jemandem inspirieren lassen, der definitiv keine Angst davor hatte, Grenzen zu hinterfragen und neue Wege zu gehen: Thor Heyerdahl. Zwischen Flößen, Expeditionsausrüstung und künstlichen Haien wird dein*e innere*r Abenteurer*in zum Leben erweckt.
Im MUNCH in Bjørvika kommt man Edvard Munchs Leben und Werk hautnah, und wir finden es beinahe unmöglich, hier ohne ein oder zwei neue Ideen rauszugehen.
Kennst du schon das Nationalmuseum? Mit über 5.000 Exponaten auf drei Etagen und ganzjährig wechselnden Ausstellungen gibt es selbst beim dritten und vierten Besuch dort immer etwas Neues zu entdecken. Um die Fülle an Eindrücken zu sortieren, kannst du an einer Führung durch das Gebäude teilnehmen, bevor du es auf eigene Faust erkundest.
Sich mit dem Menschsein auseinandersetzen
In unserer globalisierten Welt wird es immer wichtiger, andere Kulturen kennenzulernen, die eigene zu verstehen und zu wissen, wie sich das Verständnis von Menschenwürde, Rechten und Demokratie im Laufe der Geschichte entwickelt hat. Oslo hat mehrere Museen, die sich auf spannende Weise mit diesen Themen beschäftigen.
Das Interkulturelt Museum in Tøyen beschäftigt sich mit der Geschichte der Einwanderung und dem kulturellen Wandel in der norwegischen Gesellschaft und feiert Vielfalt durch verschiedene Ausstellungen und Veranstaltungen das ganze Jahr über.
Im Nobels Fredssenter lernst du Alfred Nobel und die Geschichte des nach ihm benannten, weltweit renommierten Friedenspreises kennen. Das Herzstück des Museums ist der Nobelgarten, Nobels hage, in dem du dich in einem stimmungsvollen Raum voll mit tausend kleinen Kerzen über alle Preisträger*innen und ihre Friedensbemühungen informieren kannst.
Das HL-Senteret auf Bygdøy umfasst eine Dauerausstellung über den Holocaust, in der die Geschichte der norwegischen Juden während des Zweiten Weltkriegs im Mittelpunkt steht. Das Zentrum beleuchtet auch andere Menschenrechtsverletzungen und wie religiöse und andere Minderheiten anhand ihrer Lebensanschauung auf der ganzen Welt behandelt werden.
Das Historische Museum hilft dir dabei, tiefe Einblicke in die Geschichte der Menschheit zu erhaschen. Von der Antike bis zum Mittelalter, von Wikingern bis hin zu indigenen Völkern Amerikas – die Geschichte lehrt uns über unsere heutige Welt und die Einflüsse, die unsere Gesellschaft prägen.
Den Horizont erweitern
Wir alle sollten unser Gehirn auf Trab halten und ein Museumsbesuch ist eine hervorragende Möglichkeit, um Gewohnheiten und Anschauungen aufzurütteln und zu durchbrechen.
Das Astrup Fearnley Museum, wohl eine von Nordeuropas bedeutendsten Ausstellungen für moderne und zeitgenössische Kunst, kann dir genau das bieten! Kuhkadaver in Formalin und ein vergoldeter Michael Jackson um ein paar Milliarden zählen zu den Werken, die deine Welt kurz auf den Kopf stellen können und dich am öffentlichen Diskurs über Kunst teilhaben lassen.
Etwas anders wird der Horizont im Klimahuset erweitert, dem ersten skandinavischen Ausstellungsort, der sich dem Thema Klima und Klimawandel widmet. Hier lernst du mehr über das Klimasystem der Erde, die globale Erwärmung und mögliche Zukunftsszenarien kennen – und wirst nicht zuletzt selbst herausgefordert, alles zum Schutze deines Planeten zu tun.
Dir steht der Sinn nach neuen Impulsen, ohne dafür durch ein gesamtes Museum latschen zu müssen? Dann könnte ein Besuch in einer der vielen (und vielfältigen) Galerien Oslos etwas für dich sein. Wir haben aktuelle Ausstellungen in unserem Ausstellungskalender gesammelt, du kannst aber auch spontan nach Kvadraturen, Aker Brygge und Tjuvholmen gehen, wo sich viele der bekanntesten Galerien der Stadt befinden, und dich überraschen und bereichern lassen.
Gesprächsstoff sammeln
Neuer Input für dein Instagram-Profil gefällig? Gehen euch beim Stammtisch manchmal die Themen aus? Schau in einem der alternativen Museen Oslos vorbei und nimm garantiert einige überraschende Inhalte und kuriose Fakten mit.
Zu Oslos versteckten Museumsjuwelen zählt zum Beispiel das erste und einzige Bibelmuseum der nordischen Region mit einer Sammlung von über 3.000 Bibeln, darunter die kleinste gedruckte Ausgabe der Welt.
Mitten im Stadtzentrum von Oslo befindet sich das wahrscheinlich einzige Mini-Flaschenmuseum der Welt. Die Mini Bottle Gallery besitzt 53.000 Fläschchen, die unter anderem in Kronleuchtern, Böden und Tischen eingebaut sind. Mach auch einen Abstecher in den mysteriösen Keller – wenn du dich traust!
Der kleine Bruder von Gustav Vigeland erbaute sich lustigerweise eine Grabkammer – nur für sich selbst. Das Emanuel Vigelands Museum ist heute als „Oslos bestgehütetes Geheimnis“ bekannt und nennt einen dunklen, tonnengewölbten Raum, der vollständig mit Fresken bedeckt ist, seine Hauptattraktion. Das Museum ist nur sonntags geöffnet – buche dein Ticket also im Voraus!
Dieser Artikel wurde mit Unterstützung der Oslo Kommune veröffentlicht. Oberstes Bild: © Yayoi Kusama/Henie Onstad Kunstsenter.