Aufrührer in Oslos Cocktail-Szene

Mixen, rühren, schmecken …

Aufrührer in Oslos Cocktail-Szene

Bei einem Ausflug in die Cocktail-Szene von Oslo erwarten Sie Spaß und unerwartete Eindrücke.

Zutaten, die früher nur als essbar galten, finden sich nun plötzlich in unseren Drinks, wie zum Beispiel Seetang, Moltebeeren und norwegischer Braunkäse.

Eins der beliebtesten und neuen Konzepte in Oslo ist Himkok
Eins der beliebtesten und neuen Konzepte in Oslo ist Himkok
Photo: Sara Johannessen

Eins der beliebtesten und neuen Konzepte in Oslo ist Himkok. Himkok, auf Deutsch "Hausgebrannter", hat auch eine hauseigene Brennerei. 2017 schaffte Himkok es auf die Liste der 50 besten Bars der Welt. Wenn Sie den unscheinbaren, schummrigen Eingang finden, werden Sie von Barkeepern in weißen Laborkitteln empfangen, die Drinks mit Wodka, Gin oder Aquavit aus der hauseigenen Brennerei mixen. Draußen gibt es eine Terrasse mit einer Cider-Bar, ein Hinterhof-Restaurant, und oben im ersten Stock ist ein altmodischer Barbier. Diesen Ort muss man einfach lieben!

Für einen Blick in die Osloer Cocktailszene sprachen wir mit einigen zentralen Personen der Branche:

Torggata Botaniske
Torggata Botaniske
Photo: Sara Johannessen

Wie hat sich in deinen Augen die Cocktail-Kultur in Oslo in den letzten 5 Jahren entwickelt?


Jesper Lind, Eigentümer und Barkeeper im Grus Grus, "seit über 20 Jahren hinter der Theke":

"Ende der 90er Jahre gab es eine Cocktail-Revolution in Oslo, als man begann, frische Säfte zu verwenden. Das machte kein anderer. Bar Boca ist das perfekte Beispiel für eine Cocktailbar, in der innovative Cocktails gemixt werden. Seit der Eröffnung 1998 ist diese gemütliche Bar im Stil der 50er Jahre ein Beispiel, dem andere nacheifern. Manchmal kann auch das Fernsehen Dinge beeinflussen. Nach der Ausstrahlung von Mad Men wollte plötzlich jeder Cocktails trinken. Also musste man sich nach dem Trend richten. In den letzten fünf Jahren erfreuen sich "Taptails" immer größerer Beliebtheit. Sie werden direkt gezapft, und es werden frische und einfache Zutaten verwendet, um einen perfekt gemixten Cocktail zu kreieren. Das spart Zeit und Geld."

Anne Maurseth, Bar-Managerin im Khartoum Contemporary Art Center: 

"Die Cocktailszene in Oslo ist in den letzten 5 Jahren unglaublich gewachsen. Die Stadt ist in Bezug auf unterschiedliche Konzepte, Boutique-Bars und Know-how fast nicht wiederzuerkennen. Wir verzeichnen eine Nachfrage nach einer größeren Auswahl an unterschiedlichen Lokalen und eine eher kontinentale Art, die Stadt zu nutzen. Leute gehen auch an Wochentagen aus, um Spaß zu haben, und nicht nur an Wochenenden. Das erschließt für die Branche einen anderen Markt, was kleineren Betrieben den Start erleichtert."

Karin Dejeborn, Managerin und Sommelière im Territoriet: 

"Die Cocktailkultur hat in den letzten paar Jahren ziemlich geboomt. Ich weiß nicht, was zuerst kam: das Interesse an Cocktails oder bessere Cocktailbars. Irgendwann schossen überall in Oslo neue, coole Cocktailbars aus dem Boden, die sofort ein großes Interesse an Cocktails weckten."

Welche sind deine Lieblingsbars in Oslo?


Jesper empfiehlt:

Fuglen Café und Cocktailbar
Fuglen Café und Cocktailbar
Photo: Sara Johannessen

Bar Boca – Die Bar, in der alles begann. Gute Barkeeper. Puristisch. Zeigt den Norwegern, worauf es ankommt.

Fuglen – Innovativ mit verschiedenen Themen. Selbstgepflückte Zutaten und Seegras in Cocktails sind immer ein Bonus.

Internasjonalen – vor über 15 Jahren die erste große Bar in Oslo mit Qualitäts-Cocktails. Sie waren Vorreiter mit ihrer Mission, "den Leuten gute Cocktails zu trinken zu geben".

Grus Grus – mein eigenes Lokal


Anne empfiehlt:

Barkeeper in Himkok
Barkeeper in Himkok
Photo: Sara Johannessen

HIMKOK – Die einzige in der internationalen Barszene anerkannte Bar in Norwegen, die jedoch nicht besonders norwegisch wirkt. Hier hat man etwas geschaffen, was kein anderer hat; die Karte ist ambitioniert und das Team unermüdlich.

Bar Lardo – Eine "Hole-in-Wall"-Bar. Hier stehen natürliche Weine, klare Spirituosen und natürlich Lardo im Mittelpunkt. Schlicht, aber hohe Qualität.

Robinet – Eine Institution in der Osloer Barszene. Über 15 Jahre alt, kompromisslos und ein guter Ort für sonderbare Musik und Leute. Stammlokal für Künstler, Musiker und Außenseiter der Gesellschaft.

Khartoum Contemporary Art Center – Eine afrikanisch inspirierte Bar mit einer integrierten Galerie, in der Kunst aus Afrika und dem Nahen Osten im Mittelpunkt steht. Mit ihren Vernissagen und experimentellen Clubkonzepten zieht sie Gäste aus Künstlerkreisen an. Bunt und bodenständig.


Karin empfiehlt:

Torggata Botaniske
Torggata Botaniske
Photo: Sara Johannessen

Torggata Botaniske – Ich finde es einfach toll, wie man es geschafft hat, dass man sich hier wie in einem Gewächshaus oder Garten fühlt, obwohl man drinnen sitzt. Die Cocktails sind super, und der Service ist schnell.

Bettola – Hier kann man sich entweder abseits der Bar seine eigene kleine Ecke weiter drinnen im Lokal suchen, an der Bar sitzen und mit den Barkeepern reden oder in geselliger Runde mit Freunden in der Nähe des Eingangs sitzen. Die Cocktails sind lecker und die Atmosphäre ist heimelig. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass es Brettspiele für die Gäste gibt.

Pigalle – Hübsche Bar im Stadtviertel Grønland. Super Cocktails. Die Atmosphäre versetzt einen in eine andere Zeit und an einen anderen Ort.

Territoriet – Es fühlt sich etwas komisch an, das hier zu sagen, aber es ist wirklich eins meiner Lieblings-Stammlokale. Ich bin stolz auf das, was Territoriet geschaffen hat, und möchte eigentlich nicht zu viele Gin Tonics woanders trinken.


Während die Cocktailszene in Oslo weiter wächst und unterschiedliche Konzepte entstehen, nimmt die Nachfrage nicht nur unter den Einheimischen sondern auch durch neugierige Touristen zu. Erkunden Sie auf jeden Fall die alte und neue Cocktailszene, und entdecken Sie die vielen einzigartigen lokalen Geschmacksrichtungen, die Oslo anzubieten hat.

Autorin: Megan Guertner

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