Fine Dining in Oslo: Ein Fest für die Sinne

Ein Fest für die Sinne

Ein Blick in Oslos Fine Dining-Szene

Fine Dining kann auf mehrere Arten interpretiert werden. Skandinavien hat in den letzten Jahren in der kulinarischen Welt viel Aufmerksamkeit geweckt. Es ist nicht nur die stetig steigende Anzahl der talentierten Köche, sondern viele Köche verändern auch die Art, wie wir Nahrungsmittel erleben.

"Fine Dining bedeutet für mich, wenn ein Restaurant das Gesamterlebnis in den Mittelpunkt stellt. Es geht nicht nur um Nahrungsmittel und Wein. Man versucht, alle Sinne anzusprechen: sehen, schmecken, fühlen, hören, riechen und nicht zuletzt Unbehagen – das kommt normalerweise mit der Rechnung", sagt Pontus Dahlström vom Restaurant Kolonialen Bislett.

"Man versucht, alle Sinne anzusprechen: sehen, schmecken, fühlen, hören, riechen und nicht zuletzt Unbehagen – das kommt normalerweise mit der Rechnung"

Pontus Dahlström 



Restaurant Kontrast
Restaurant Kontrast
Photo: Anders Husa

Das Wichtigste sind die Zutaten ...
Skandinavien gehört durch die Verfügbarkeit von Zutaten wie Wildkräutern, einheimischem Fisch und Wild zu den interessanteren Größen der kulinarischen Welt. In Norwegen gibt es eine Fülle dieser Zutaten in den Wäldern, Bergen, im Meer und an der Küste. Die einfachsten Zutaten werden oft in ein essbares Kunstwerk umgewandelt.

Restaurant Kolonialen Bislett
Restaurant Kolonialen Bislett
Photo: Kolonialen Bislett

Historisch gesehen ist die norwegische Esskultur geografisch bedingt. Im Laufe der Zeit haben sich in den nordischen Regionen unterschiedliche kulinarische Traditionen entwickelt, jedoch gibt es in Bezug auf das Konservieren von Nahrungsmitteln Gemeinsamkeiten. Zu den traditionellen Konservierungsmethoden gehören Fermentieren, Einkochen, Räuchern und Trocknen.

Traditionelle Arten der Nahrungsmittelzubereitung gehören mittlerweile in vielen Fine Dining Küchen zum Standard. Durch das Kombinieren von kulinarischen Traditionen mit innovativen Elementen festigen viele von ihnen ihre führende Position und bekommen Anerkennung.

Bei den Restaurants Kontrast im Stadtviertel Vulkan und Maaemo, um nur einige zu nennen, ist genau das der Fall.

Bei Mikael Svensson vom Restaurant Kontrast steht die Verwendung von ökologischen, regionalen und saisonalen Zutaten aus Norwegen im Mittelpunkt. 

"Die Qualität des Endergebnisses hängt entscheidend von der Qualität des Produkts ab, mit dem man beginnt", sagt er. 

Für Köche wie Esben Holmboe Bang, Küchenchef im mit drei Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurant Maaemo beginnt der Prozess ein Gericht zu kreieren mit einer Erinnerung.

"Meine Herausforderung liegt darin, den Restaurantgästen das spontane Gefühl dieser Erinnerung zu vermitteln."

"Die Qualität des Endergebnisses hängt entscheidend von der Qualität des Produkts ab, mit dem man beginnt"

Mikael Svensson

 

Restaurant Kolonialen Bislett
Restaurant Kolonialen Bislett
Photo: Kolonialen Bislett

Schlicht und einfach
Fine Dining können Sie auch ohne viel Schickimicki erleben. Viele Köche rücken ab vom typischen "Fine Dining"-Erlebnis und gehen zur Kreation erschwinglicher Gerichte in einem ungezwungeneren Ambiente über, wobei weiterhin Qualitätszutaten verwendet werden.

Pontus Dahlström hat genau das getan. Er ging vom Fine Dining zu einem einfacheren Konzept über, ohne dass dies die Integrität beeinträchtigt hat – er serviert seinen Gästen weiterhin Qualitätsgerichte.

"Nachdem meine gesamte Karriere im Fine Dining Segment verlief, brauchte ich eine neue Herausforderung, indem ich etwas ganz anderes machte. Die Qualität der Zutaten steht bei mir immer an erster Stelle. Danach kommt der Respekt für die Zutaten sowie die Zubereitung. Ich mag kein Essen, bei dem es nur um Technik und das Visuelle geht. Wenn es gut schmeckt, kann es auch ganz einfach sein", sagt er. 

"Ich mag kein Essen, bei dem es nur um Technik und das Visuelle geht. Wenn es gut schmeckt, kann es auch ganz einfach sein."

Pontus Dahlström



Das Gesamterlebnis von Fine Dining verändert sich, da in den Küchen weiterhin traditionelle und neue kulinarische Konzepte entstehen, die die Sinne anregen. 

Autorin: Megan Guertner