Leonor
Lern die waschechte Oslo-Expertin Leonor kennen, die im Kon-Tiki-Museum arbeitet und dir fantastische Empfehlungen geben kann. Ihre detaillierten Schilderungen machen sofort Lust darauf, die Schuhe anzuziehen und Oslos Straßen unsicher zu machen.
Wo wirst du fündig, wenn du nach aufregenden Konzerten suchst?
– Definitiv im Blå, das nicht nur für seine jeden Sonntag Bombenstimmung verbreitende Hausband Frank Znort Quartet bekannt ist, sondern auch, weil es ein relativ kleiner Veranstaltungsort ist, der es schafft, die coolsten Acts zu buchen. Nur dort konnte ich Napalm Death mit nur 80 Leuten im Publikum erleben, als wäre es 1990.
Das Kon-Tiki-Museum
Leonor arbeitet im Kon-Tiki-Museum, das auf faszinierende Art und Weise die Geschichte von Thor Heyerdahls Pazifik-Expeditionen erzählt.
Lass dich von Leonor durch ihr Oslo führen
Was ist dein Lieblingsviertel?
– Zwischen Carl Berners plass und Sofienbergparken liegt Rodeløkka, ein kleines Viertel mit Arbeiterklasse-Holzhäusern aus dem 19. Jahrhundert. Dieses kleine Märchenviertel erinnert mich mit seinen Pastellfarben an Astrid Lindgrens Kinderbücher.
Was ist dein Lieblingsgebäude?
– Das Naturhistorische Museum in Tøyen, dessen verteilte Jugendstilgebäude in einem abgelegeneren Teil des Botanischen Gartens stehen. In je einem der Häuser sind die zoologische, geologische und paläontologische Sammlung untergebracht.
Der Gesamteindruck kommt recht eduardianisch rüber. Es wurde gerade erst renoviert, jedoch blieb die Atmosphäre dort genau so, wie ich sie mir von einem Naturkundemuseum wünsche – vor allem im zweiten Stock der zoologischen Ausstellung. Geheimnisvoll, gewollt verstaubt und voller seltsamer Kreaturen und charmanter Taxidermie. Der hier ausgestellte Tasmanische Tiger ist eines der am besten erhaltenen Exemplare, die es weltweit noch zu bestaunen gibt.
Die Gewächshäuser des Botanischen Gartens sind kostenfrei zu besuchen – und psssst – 45 Minuten im tropischen Victoriahuset sind mein Geheimrezept gegen Winterdepression im dunklen Norden.
Diese Umgebung wirkt für mich insgesamt als angenehmer Kontrast zum sonst allzu skandinavischen Stadtbild.
Hast du ein paar kulinarische Empfehlungen in petto?
Lorry bietet für mich das Beste an typisch norwegischer traditioneller Küche.
Für den Pizzahunger empfehle ich Ghost Pizza in Majorstuen, die einzige Pizzeria in Oslo, in der tatsächlich auf Italienisch geflucht wird.
Bei Illegal Burger bekommst du wohl den besten Burger, dicht gefolgt von BD57, wo es montags fleischlose Burger und zwei Veggie-Burger zum Preis von einem gibt. Da mein Hund dort stets willkommen ist, sind wir beide Stammgäste.
Das Way Down South stellt das beste Texas-BBQ auf den Tisch, die leckersten Tacos gibt es bei Tacos al Pastor im Oslo Street Food – diese Nachos vergisst du nie mehr…
Für indische Küche geh ins New Anarkali – jede einzelne Speise dort schmeckt köstlich. Perfekt für ein Date!
Zum Brunch gehe ich ins Zarathustra Meyhane, wo es fantastische libanesische und mediterrane Gerichte gibt. Ideal für Vegetarier!
Mehr von Leonors Oslo-Favoriten
Was ist einen Spaziergang absolut wert?
Ekeberg. Bei einem Spaziergang durch den Skulpturenpark im Wald begegnen dir einige der atemberaubendsten Aussichtspunkte in Oslo.
Bevorzugte Jahreszeit?
Ende Juni, wenn die Natur mit einem Paukenschlag alles verändert. Wenn das Laub die Gehwege für sich einnimmt und die ganze Stadt nach Flieder duftet.
Der beste Ort zum Ausgehen und Tanzen?
Überall, wo das DJ-Kollektiv Det Gode Selskap auflegt.