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Oslo für Metalheads

Es mag viele Gründe für eine Reise nach Oslo geben und Heavy oder Black Metal ist definitiv einer davon. Für alle, die die Stadt, die viele eurer Lieblingsbands geprägt hat, mit eigenen Augen sehen wollen: In Oslo gibt es für eine*n echte*n „Blackpacker*in“ viel zu erleben.

Hier sind einige Tipps für Sehenswürdigkeiten in Oslo für diejenigen, die es hard und heavy mögen.

Veröffentlicht : 12.08.2022
Zuletzt aktualisiert : 22.01.2026

Konzerte und Clubs

Es gibt mehrere Konzertsäle und Clubs in Oslo, die ausgezeichnete Ziele für einen gemütlichen Abend voll harter Musik für einen Metalfan sind. Mach einen Abstecher in den Club Rock In und die Veranstaltungssäle Revolver, Kniven und Vaterland. Auch die größeren Bühnen wie Rockefeller, John Dee und Oslo Spektrum haben oft Rock und Metal auf dem Programm.

Unser Veranstaltungskalender nennt dir bestimmt eine Undergroundband oder die eine oder andere Growling-Legende, die dir in der Zeit deines Besuches hier einen Abend mit düsteren Zeilen und coolen Bühnenshows versüßen kann.

 

Festivals 

Das Infernofestivalen steht seit 2001 ganz oben, wenn es um Metal-Festivals in Norwegen geht und ist immer noch ein großartiger Treffpunkt für Fans aller Formen härterer Klänge. Jedes Jahr zu Ostern versammeln sich Rocker*innen und Metalheads in der Hauptstadt, um die Stadt schwarz zu färben. Black-Metal-Bands wie Enslaved, Mayhem, Dimmu Borgir, Gorgoroth haben hier bereits gespielt. Vielleicht entdeckst du ja deine neue Lieblingsband irgendwo im Dunkeln?

Im Sommer steht die Bühne für Tons of Rock bereit, das 2015 in Halden begann, aber nach einigen Jahren zur Ekebergsletta in Oslo umzog. Das ultimative Sommerfestival für diejenigen, die Hard Rock und Heavy Metal lieben. Große Stars wie Ozzy Osbourne, Alice in Chains, Slayer, Black Sabbath, Kiss, Def Leppard und Mayhem haben hier gastiert, um nur ein paar zu nennen. 

 

Metal-Sightseeing

Zwischen lauten Konzerten und ausgelassenen Abenden in einem Rockclub kann ein Museumsbesuch eine willkommene Abwechslung sein. Oslo bietet Metalheads sowohl Kunst als auch Geschichte, drinnen und draußen!

Mehrere Black-Metal-Bands wurden in ihrer Ästhetik und ihren Themen von Edvard Munchs Gemälden beeinflusst. Zuletzt verwendete Satyricon eine von Munchs obskureren Illustrationen aus dem Jahr 1898 als Cover für ihr aktuelles Album. Man kommt nicht darum herum zu erkennen, dass Munchs Darstellungen von Existenzangst mit vielen Metaltexten gut zusammenpassen. Bei einem Ausflug ins MUNCH erlebst du die ganze Bandbreite seiner Emotionen und beim darauffolgenden Spaziergang zum Aussichtspunkt im Ekebergparken wirst du überrascht sein, die Kulisse für Munchs berühmtes Gemälde Der Schrei live zu sehen. Auf den Spuren des bildenden Künstlers darf ruhig auch mal vom Ekeberghang runter gegrölt, geschrien oder gegrowlt werden, wie auf Munchs Bild.

Weitere künstlerische Eindrücke liefert der Bildhauer Gustav Vigeland über die ganze Stadt verteilt. Der Vigelandsparken mit seinen über 200 Skulpturen ist eine der meistbesuchten Attraktionen Oslos. Direkt neben dem Park befindet sich das Vigeland Museum, in dem du einen Einblick in den künstlerischen Prozess und die Handwerkskunst hinter den fantastischen Skulpturen erhaschen kannst.

Man sagt sich, dass die Skulpturen den Lebenszyklus von der Geburt bis zum Tod darstellen, wie immer kann es in der Kunst jedoch mindestens genauso spannend sein, das Gesehene von der eigenen Perspektive aus zu interpretieren! Wenn du auf der berühmten Brücke mitten im Park stehst, kannst du einige monströse Kreaturen entdecken, die genauso gut auf dem Cover eines der letzten Alben deiner Lieblingsbands drauf sein könnten! Um beim wütenden Kind, Sinnataggen, an einen Metalhead zu denken, der sich die Seele aus dem Leib growlt, muss man nicht einmal selbst auf Härteres stehen, die Assoziation bietet sich wirklich an.

Neben weltbekannten Künstlern hat Oslo auch viele Sehenswürdigkeiten und Attraktionen zu bieten, die die norwegische Geschichte und Kultur repräsentieren. Im Black Metal spürt man die Faszination für die traditionelle altnordische Sprache, die sich auch in den Texten einiger Bands über norwegische Schlösser, Festungen und andere historische Sehenswürdigkeiten widerspiegelt.

Wer mehr über dunkle und mächtige Architektur erfahren will, ist im Norwegischen Volkskundemuseum richtig. Unter den niedrigen Hütten und Scheunen ragt ein Riese in die Höhe, die Stabkirche von Gol, deren Zutritt sogar erlaubt ist, um ihre stimmungsvolle Einrichtung bewundern und die Atmosphäre auf sich wirken lassen zu können.

Metalheads, die sich für die Kultur und Ästhetik der Wikinger interessieren, sollten einen Abstecher in Oslos Kulturhistorisches Museum einplanen, denn die Ausstellung VÍKINGR bietet Schätze aus deren Alltagsleben und von ihren Plünderfahrten. Darf es trotz der historischen Thematik etwas moderner zugehen, empfiehlt sich eine unserer neuesten Attraktionen, The Viking Planet, ein Erlebniszentrum zur Wikingerzeit mit Mitmachcharakter, das VR-Technologie, Hologramme, interaktive Bildschirme und 270-Grad-Filme verwendet, sodass Fans und die, die noch welche werden könnten, in das Leben der Wikinger eintauchen.

Innerhalb der Mauern der Akershus Festung umgibt Geschichtsinteressierte ebenfalls historisches Flair: Auf den Fjord gerichtete Kanonen, uralte Gebäude und mit etwas Glück auch spannende Veranstaltungen. Innerhalb der Festungsmauern warten das Norwegische Verteidigungsmuseum und das Schloss Akershus auf deinen Besuch.

Neseblod Records

Das Mekka schlechthin für Metalfreund*innen aus aller Welt: Das Neseblod (im Namen blutet die Nase, nicht jedoch die Ohren) besticht nicht nur mit der weltgrößten Sammlung an Metal-Demos, Kassetten, LPs, Singles und CDs, sondern beherbergt auch das berühmteste Black-Metal-Museum auf diesem schwarzen Planeten. Im Museum sieht man Schätze aus der Anfangszeit des Genres sowie T-Shirts und seltene Poster ausgestellt. Wo heute das Neseblod zu finden ist, pilgerten Metalheads bis in die frühen 90er-Jahre zum legendären Plattenladen „Helvete“ (Hölle), der von einem der Black Metal-Pioniere, dem Mayhem-Gitarristen Øystein „Euronymous“ Aarseth gegründet und geleitet wurde, und schnell zum wichtigsten Treffpunkt für Fans und Bands wurde.

Essen & Ausgehen

Nur von Luftgitarren und schwarzer Liebe allein lässt es sich nicht leben, also ab in die ungezwungene und gemütliche Restaurant- und Barszene Oslos. An Auswahl soll es nicht scheitern und einen Teller aufgemotzter Hausmannskost in einer vorzugsweise historischen, dunklen, entspannten Umgebung haben noch alle gefunden.

Dovrehallen, ein Greis der hiesigen Lokalszene, überzeugt als authentische, dunkle Kneipe in Storgata und liegt direkt über dem Dovrestua Pub. Die hier servierte urnorwegische Küche ist ein echtes Erlebnis und wartet unter anderem mit Frikadellenstullen, Kabeljau-Rogen, eingelegtem Hering und Schweinekoteletts auf.

Den Glade Gris (auf Deutsch: Das frohe Schwein) hat ebenfalls ehrliche norwegische Küche auf der Speisekarte und ist namensgetreu auf Gerichte aus Schweinefleisch spezialisiert. Vor allem das Spezialgericht des Hauses, die lang gegrillte Schweinshaxe, stärkt für einen langen musikalischen Abend! Im Fischrestaurant Lofotstua werden alle Fischliebhaber*innen fündig, denn es bringt ein Stück nordnorwegische Esskultur in die Hauptstadt. Hier werden verschiedene Fischsorten wie die Delikatesse Kabeljauzunge, aber auch Wal- und Robbenfleisch, angeboten.

Noch mehr norwegische Hausmannskost gibt’s im Restaurant Schrøder, der kultigen Kneipe, die auch als Lieblingsort von Harry Hole aus Jo Nesbøs beliebten Krimis bekannt ist, oder das Kampen Bistro, das gemütliche Restaurant um’s Eck, in dem auch regelmäßig Konzerte stattfinden.

Oslo hat auch spannende Biererlebnisse zu bieten. Ein Ausflug in den Keller der Brauerei Schouskjelleren zahlt sich ebenso aus wie das Durchschreiten der Schwelle mit der dreiköpfigen Krähe von Crow Bar and Brewery, um die köstliche Welt von Oslos Mikrobrauereien zu erkunden. Lust auf was Hartes? Wie wäre es mit Whisky aus aller Welt in den historischen Räumlichkeiten der The Whisky Bar in Kvadraturen?